Mittwoch, 30. September 2015

Tag 3: Yverdon-Bière (Bergetappe)

Heute Morgen sind wir voller Erwartungen aufgestanden, denn die Bergetappe der Tour stand an!
Fragen wie "sind wir fit genug", "wollen wir uns das wirklich antun-Yverdon hat auch seinen Reiz" standen im Raum.
Doch dieses Frühstück, welches wir länger als auch schon genossen, vertrieb die Zweifel.
I

Das Wetter war mit Hochnebelbewölkung eher ungewohnt. Doch der Wind schien es immer noch gut mit uns zu meinen. Wiederum ein Tag Rückenwind! Den können wir für die bevorstehenden Aufstiege gut gebrauchen.😄

Unsere Velos bekamen beim Velohändler gegenüber dem BnB noch einen Update - endlich quietscht Albi's Velo nicht mehr und meine Hände kleben nicht mehr an den Griffen der Lenkstange.
Albi kippte noch seinen Sattel, was ihn von vieeelen Schmerzen befreien wird, so dass er heute Abend, im Gegensatz zu gestern, richtig gesprächig ist.

So starteten wir um 10:36 Richtung Haute-Pay de Vaudios. Die Wolken liessen uns frieren und die Fleecejacken anbehalten.

Die heutige Route präsentierte sich trotz happigen Aufstiegen als wunderschön. Wir fuhren durch mystische Wälder, besichtigten riesige römische Mosaike und sahen herzige Dörfer. Irgenwie schien uns dieser Teil der Schweiz etwas heimlifeiss. Irgendwo im nowhere trifft man auf architektonische Protzwerke oder Café's im Stil eines Schiessers in Basel.
Sogar spirituelle Wege haben sie in diesen Bauerndörfer zu bieten.





Übrigens die Steigungen hatte Albi souverän gemeistert. Für dieses Foto musste ich mich ausko... Dass ich genügend Vorsprung hatte.




Kein Wunder bei diesen Wädli!!!



Unterwegs trafen wir ein französisches Pärchen mit einem speziellen Tandem inkl. Anhänger. Sie sind seit zwei Monaten unterwegs. Als ich fragte wie lange sie denn planen unterwegs zu sein bin ich fast vom Velo gekippt: FÜNF!!! JAHRE. Sie wollen einmal um die Welt.
Plötzlich war mein Stolz auf das bisher geleistete auf Atomgrösse geschrumpft. So liess ich sie dann
relativ schnell ziehen - da sie ja alleine heute noch zum Lac de Joux auf 1400m wollen.

Übrigens Aufstiege haben was Gutes, wie wir nach unserem letzten feststellen mussten. Es gibt geile Abfahrten mit bis zu 45km/h

So sind wir in Bière mehr eingerast als eingefahren und haben nun eine Zimmer in einer ehemaligen Kaserne bezogen. Wir sind die Einzigen und im einzigen Zimmer mit Balkon. So genossen wir die untergehende Sonne für eine Männerrunde standesgemäss ;-)






















Dienstag, 29. September 2015

Tag 2: Biel - Yverdon

Nach einer ereignislosen Nacht packen wir zusammen - obwohl ich pflichtbewusst, tüpflischisserhaft bereits alles gestern Abend gepackt habe - und montieren die Satteltaschen. Und da passiert es!
Mein Henkel splittert ab und meine Tasche hängt wie ein Herbstblatt an meinem
Velo. Was tun?
Kurzerhand schneide ich mit dem Sackmesser zwei Schlitze in die Rückwand der Tasche und fädle ein Klettband hinein. Damit kann ich die Tasche wieder optimal befestigen. Albi hat zwischenzeitlich angefangen seinen Sattel neu zu richten- ob er wohl Druckstellen hat??? Ich folge seinem Beispiel und spüre sogleich eine Erleichterung. Wie gut, dass ich Werkzeug und Apotheke mitgenommen habe. Das eine für de Präventiveinsatz und das andere für die Behandlung der Folgen.
Übrigens ich habe mir doch tatsächlich überlegt dicke Damenbinden als Polster in meine Unterhosen zu tun-war mir aber doch zu peinlich...

Noch immer beflügelt von unserer Leistung gestern haben wir uns heute sogleich grosse Ziele gesetzt - Neuenburg (offizielles Etappenziel) scheint uns zuwenig ambitiös. Yverdon soll es sein - läppische 80km an zwei Seen entlang. Schliesslich sind wir richtige Kerle - zumindest entspricht das unserem neu erwachten Jugendwahn-Ego!



Hätten wir da allerdings schon gewusst, dass es unterwegs keine Beiz gibt die uns eine Verschnaufpause gönnt, hätten wir wohl das Schiff genommen. Nein echt, da fährst Du an x Campings vorbei und jeder hat schon Winterpause. In den Neuenburger Reben steht auch nur auf dem Strassenschild etwas von Weinweg - den Wein musst Du Dir selber vorstellen.




So haben wir genau oben am Neuenburgersee und unten in Yverdon offene Beizen angetroffen.


Bezüglich Unterkunft waren wir heute schlauer und haben uns bereits um 12h darum gekümmert. Nach etlichen Telefonaten (en francais), haben wir ein Gästezimmer mitten in der Altstadt gefunden. Wiederum waren BnB und Airbnb Fehlanzeige. Auch Hotelcard hatte nichts zu bieten. Angemeldet haben wir uns auf 17h was wir auf die Minute eingehalten haben!

Zwecks Kalorienrückführung und Routenplanung für morgen haben wir uns in einer Pizzaria den Bauch vollgetankt. Die Pizza war ca. 1,5 Teller gross.

Nachdem wir das Höhenprofil von morgen gesehen haben... Schlaaafen!

1 Tag Solothurn und weiter, viel weiter

Voller Stolz und völlig überrascht sind wir bereits nach ca. 2,5h in Solothurn - unserem Tagesziel- angekommen. Ja also wenn das so einfach geht, dann fahren wir natürlich weiter!

Nachdem ich bereits an Grössenwahn litt und schon den Jet d'eau in Genf vor mir sah, setze Albi ein etwas realistischeres Ziel: Wir fahren bis Biel!
Also noch rasch im Migros in Solothurn Kraftfutter einkaufen. Denn der eine Aufstieg ohne genügend Nahrung im Magen hätte fast ohne Albi geendet. Mit einem Farmerriegel, habe ich Albi's Blutzuckerwert wieder hochgekriegt und wir konnten die Fahrt fortsetzen.
Auch wenn unsere Allerwärtesten, beim erneut Aufsitzen anderer Meinung sind 😁, weiter geht's.
Wieder begleiten wir die Fische bei ihrem Aareschwumm vorbei an Grenchen, nobelsten Uhrenfabriken und dann auf einer Art Champs-Elysee in die zweisprachige Stadt hinein direkt auf den Hauptplatz.

Naiv wie wir sind haben wir bis hierhin keinen Gedanken verschwendet, wo wir schlafen werden...
Aber wir sind ja mit unseren Smartphones top ausgerüstet und werden sicher schnell was finden.
Airbnb: 0
BnB: 0
Gästezimmer: 0
Schlafen im Stroh: "in Biel-hallooo"
Hotel: sauteuer viele, günstige: 0
😕
Letzte Hoffnung Hotelcard (1/2 Tax für Hotels): 1 im nächsten Dorf "Schlössli".
Sehr gediegen und doch für uns nur 76.-
Noch an der Rezeption hat Albi Zweifel, dass wir hier mehr als eine Besenkammer bekommen. Wir werden eines Besseren belehrt. Zimmer mit Kochnische.

Die Einsparung allerdings verhauen wir glech wieder mit einem gediegenem Essen 😋

Todmüde und mit vollem Bauch fallen wir ins Bett. Nachdem Albi schon "ein paar Bäume gefällt" hat und ich noch fernsehe, meint er plötzlich "ich glaube ich schlafe jetzt besser"...

Tag 1 (Liestal)-Olten & Abfahrt

Nun geht es also los...

Nachdem ich am Abend vorher mein Gepäck seriös vorbereitet hatte und so für jeden Notfall gerüstet bin - von plattem Reifen bis Fremdsprachenpatzer - kann es heute los gehen.
Da die Route offiziell in Olten startet, haben wir bewusst auf eine Überquerung des vorderen Hauensteins verzichtet. Wir wollen ja dem Routenbuch nicht bereits bei Beginn untreu werden!

So haben wir die Zusatzkosten für eine Zugfahrt von Liestal nach Olten wohl oder übel in das eh schon knapp kalkulierte Budget nehmen müssen. Gehe nie mit einem Finanzexperten auf Tour...

In Olten noch schnell einen Kaffee im Bahnhof gekauft um ihn dann mit dem Velo schiebend zu verschütten (auch über die Hand). Sämtliche Navigations- und Statistik-Apps gestartet, sind wir mit 25km/h Rückenwind der schönen Aare entlang losgefahren. Tagesziel Solothurn, welches gaaanze 30km weit weg ist.

Aber es kam ganz anders...

 
  

Wie es dazu kam...

Gruftis on Bike to Geneva


Nachdem wir zwei (Albi und Thomas) momentan zwischen altem und neuen Job stehen, hatte Albi die Idee eine Velotour zu machen. Da dies in diesem Alter alleine zu gefährlich ist, habe ich beschlossen mitzugehen. So entstand unsere Gruftivelogruppe.
Als Route hat Albi die voll flache Regiotour 50 von Olten nach Genf ausgesucht-von wegen voll flach wie ihr bald lesen könnt!

Der Bericht zur ersten Etappe folgt in Kürze. Wir freuen uns über Kommentare.