Nach einer ereignislosen Nacht packen wir zusammen - obwohl ich pflichtbewusst, tüpflischisserhaft bereits alles gestern Abend gepackt habe - und montieren die Satteltaschen. Und da passiert es!
Mein Henkel splittert ab und meine Tasche hängt wie ein Herbstblatt an meinem
Velo. Was tun?
Kurzerhand schneide ich mit dem Sackmesser zwei Schlitze in die Rückwand der Tasche und fädle ein Klettband hinein. Damit kann ich die Tasche wieder optimal befestigen. Albi hat zwischenzeitlich angefangen seinen Sattel neu zu richten- ob er wohl Druckstellen hat??? Ich folge seinem Beispiel und spüre sogleich eine Erleichterung. Wie gut, dass ich Werkzeug und Apotheke mitgenommen habe. Das eine für de Präventiveinsatz und das andere für die Behandlung der Folgen.
Übrigens ich habe mir doch tatsächlich überlegt dicke Damenbinden als Polster in meine Unterhosen zu tun-war mir aber doch zu peinlich...
Noch immer beflügelt von unserer Leistung gestern haben wir uns heute sogleich grosse Ziele gesetzt - Neuenburg (offizielles Etappenziel) scheint uns zuwenig ambitiös. Yverdon soll es sein - läppische 80km an zwei Seen entlang. Schliesslich sind wir richtige Kerle - zumindest entspricht das unserem neu erwachten Jugendwahn-Ego!
Hätten wir da allerdings schon gewusst, dass es unterwegs keine Beiz gibt die uns eine Verschnaufpause gönnt, hätten wir wohl das Schiff genommen. Nein echt, da fährst Du an x Campings vorbei und jeder hat schon Winterpause. In den Neuenburger Reben steht auch nur auf dem Strassenschild etwas von Weinweg - den Wein musst Du Dir selber vorstellen.
So haben wir genau oben am Neuenburgersee und unten in Yverdon offene Beizen angetroffen.
Bezüglich Unterkunft waren wir heute schlauer und haben uns bereits um 12h darum gekümmert. Nach etlichen Telefonaten (en francais), haben wir ein Gästezimmer mitten in der Altstadt gefunden. Wiederum waren BnB und Airbnb Fehlanzeige. Auch Hotelcard hatte nichts zu bieten. Angemeldet haben wir uns auf 17h was wir auf die Minute eingehalten haben!
Zwecks Kalorienrückführung und Routenplanung für morgen haben wir uns in einer Pizzaria den Bauch vollgetankt. Die Pizza war ca. 1,5 Teller gross.
Nachdem wir das Höhenprofil von morgen gesehen haben... Schlaaafen!
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